Gehen Sie in einer dunklen Nacht in einen feuchten Wald, schalten Sie Ihr Licht aus und warten Sie. Zunächst ist nichts zu sehen. Dann zeigt sich entlang eines umgestürzten Stammes ein sanfter grüner Schimmer, oder kleine Pilzhüte tauchen im Laub auf wie eine Handvoll winziger Lampen.

Licht ohne Wärme

Dieses Leuchten nennt man Biolumineszenz. Einige Pilzarten erzeugen durch eine chemische Reaktion in ihren Zellen Licht – eine Reaktion aus derselben großen Gruppe, zu der auch das Leuchten der Glühwürmchen gehört. Anders als Glühwürmchen blinken Pilze jedoch nicht. Ihr Licht ist gleichmäßig und schwach und stammt oft ebenso von den feinen Fäden im morschen Holz wie von den Pilzen selbst.

Menschen beobachten dieses Phänomen seit Jahrhunderten. Im Englischen ist es seit Langem als „foxfire“ bekannt – ein passender Name für ein Licht, das man oft nur aus dem Augenwinkel wahrnimmt.

Warum manche Pilze leuchten, wird noch erforscht. Einer Vermutung zufolge lockt das Licht Insekten an, die bei der Verbreitung der Sporen helfen. Eine andere Erklärung ist, dass es lediglich ein Nebenprodukt der Pilzchemie ist. Vorerst bewahrt der Wald einige seiner Geheimnisse.

So können Sie das Leuchten entdecken

Regen hilft: Das Leuchten ist meist leichter zu erkennen, wenn Holz und Boden nass sind. Wählen Sie eine Nacht mit wenig oder keinem Mondlicht, halten Sie Abstand zu Straßenlaternen und geben Sie Ihren Augen ausreichend Zeit, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen – länger, als Sie vielleicht erwarten. Wenn Sie Licht zur Orientierung benötigen, schont schwaches rotes Licht Ihre Nachtsicht.

Schauen Sie, aber pflücken Sie nichts. Leuchtende Pilze sind Teil des langsamen Prozesses, durch den totes Holz wieder zu Erde wird, und manche Pilze sind giftig. Bleiben Sie auf den Wegen, gehen Sie mit jemandem, der die Gegend kennt, und lassen Sie alles so zurück, wie Sie es vorgefunden haben.

Dann schalten Sie die Taschenlampe aus und warten Sie. Der Wald ist heller, als er aussieht.